Eigentlich hab ich mir, wenn ich jetzt so im Nachhinein darüber nachdenke, die Intensivstudie irgendwie intensiver vorgestellt.
Ich hab gedacht, ich würde mehrere Tage brauchen, um meinen Restalk abzubauen, mehrere Wochen, um die Wogen mit Mitschülern zu glätten, da ich denen richtige Scheiße angetan habe, und mindestens genauso lange, um meine Erinnerungslücken zu füllen.
Ich muss sagen, dass nur weniges davon wirklich so eingetreten ist…aber erst mal der Reihe nach.
So gegen kurz vor 13 Uhr am 25 April wurde die erste FAXE geöffnet. Ein richtig legger Biersche, vor allem, weil es lauwarm und so echt nach Pisse schmeckte, aber irgendwie hats nicht gejuckt.
Alles wurde verdrängt: sowohl der Alkoholpegel und der Pissdrang.
Diese beiden unangenehmen Herren sollten sich aber im Laufe des Tages mehrmals bemerkbar machen.
Nachdem zwei dieser legger Biersche und noch weiß der liebe Herrgott noch was am blauen Tempel vernichtet wurden, ging die Reise weiter, und zwar zum Correct.
In Indien heißt es, man soll den Sohn, den man am liebsten hat, auf Reisen schicken.
Ha, in diesen Stunden, so kurz nachdem mir, und da war ich sicher nicht der einzige, ein Stein der Erleichterung vom Herzen gefallen ist, da war die Spirituose mein liebstes Kind, wenn auch nur für einige wenige Stündchen.
Also habe ich dieses liebe Kind auf Reisen geschickt, und zwar in mich.
Hindurch durch alles, was sich in mir befindet. Vorbei an den unerschöpflichen Quellen des Gases, böser Monster und Ungeheuer und vorbei an dem Alien, das in mir sitzt, und mich steuert. Hindurch bis zu dem Ausgang, der….naja, weiß nicht mehr so genau, wo stattfand.
Was aber sicher ist, ist, dass, wenn man es nur will, man sehr viele Kommas in einem Satz einbauen kann, wenn es den sein muss, und man das Verlangen danach verspürt.
Auf jeden Fall endete dieser Abend irgendwann bei mir zu Hause irgendwo auf der Straße. Ne lustige Sache.
Aber die wirklich lustige Sache sollte noch folgen.
Knapp zwei Tage später fand sich meinereiner irgendwo im Ausland wieder, irgendwo abgeschlagen von Zivilisation und Tankstellen, irgendwo sehr weit oben in den Bergen.
Ja, die Busfahrt dahin war recht lustig. Eine verdammt enge Straße und ein Bus quält sich da hoch. Dieses Ungeheuer von einen Fahrzeug kam manchmal so nah an den Abgrund, dass ich mir manchmal dachte, er würde den Hang hinunterfallen…das wär doch mal was.
Auf jeden Fall ließ das erste legger Biersche nicht lang auf sich warten. Um ehrlich zu sein, die 10 weiteren auch nicht…
Trotzdem schlug der Alkohol nicht ein, konnte es mir einfach nicht erklären.
War nüchtern, was man von manch einem anderem nicht behaupten konnte…Kotze hier, Kotze da, Kotze vor meinen Füßen…einfach geil zum rumlaufen.
Also entschloss ich mich zurückzuziehen…in so ein Frauengemach. Dort wurde es aber mit der Zeit zu heiß, lag eindeutig an mir.
So zog ich mich wieder in mein gemütliches, knarrendes Bett zurück und der restliche Abend und der frühe morgen wurden damit verbracht, blöd durch die Gegend zu laufen, zu salutieren, schlafende Mitschüler zu wecken irgendwelche Blöden Tittenwitze über ganze Haus zu grölen und weiß der Geier noch was alles mehr.
Der zweite Tag wurde mit einem Spaziergang ins Kaff oberhalb der Hütte eingeläutet. Mehrere Stakes wurden da besorgt und anschließend seeehr umständlich zubereitet und anschließend verzehrt.
Der Hunger war aber groß und so kam dann das Abendessen…Alles musste runter, auch der Hartalk, der mal als Salatsoße oder Ähnliches herhalten musste.
So wurde auf die Gesundheit von anderen getrunken, und dabei die eigene zerstört…
Der Abend endete dann, nachdem Saufspiele gespielt wurden und man die eine oder andere Auseinandersetzung beigelegt hat, irgendwann, irgendwo an einem Tisch…hubs, jetzt bemerk ich, dass mir was fehlt….tralalalala.
Naja, was gibt’s an sich so nennenswertes zu berichten: Um ehrlich zu sein: Viel zu viel.
Um meinen kompletten Gedankengang niederzuschreiben bräuchte ich viele, wirklich viele Seiten…und darauf hab ich keinen Bock.
Es war ein sehr kurzer, und sehr geiler Lebensabschnitt…aber geändert hat sich im Leben insgesamt absolut nichts!
Lasst euch aber eines gesagt sein: „Man lebt zweimal, wenn man sich gern erinnert.“ [Franca Magnani]